Weingut Accornero

Auch wenn wir schon sehr gute Weingüter besichtigt und super Weine im Piemont gefunden haben, bin ich ja bisher mit Barbera und Nebbiolo noch nicht so richtig warm geworden. Das hat sich heute auf dem Weingut Accornero geändert! Das Weingut liegt etwas nördlich und sehr ländlich abseits aller größerer Städte. Dementsprechend ist die Anfahrt eher Offroad über Stock und Stein, dafür finden sich hier auch keine Touristenbusse.

Zunächst war niemand auf dem Weingut anzutreffen, Accornero wird seit 1897 nur von der Familie geführt und bis auf der Hausherrin waren gerade alle in den Reben. Wir fühlten uns gleich sehr positiv an Le Filigare erinnert! Der Chef Ermanno und Tochter Francesca wurden umgehend ins Haus beordert, so lange haben uns die Hausherrin Patrizia und der Hund des Weinguts unterhalten. Die Familie ist wirklich sehr nett, alles passt zusammen und ist sehr authentisch. Nach einer kurzen Führung durch den „normalen“ Weinkeller (wir haben ja inzwischen einige gesehen, Piemont = große Eichenfässer) ging es direkt zum Probieren. Und um es vorweg zu nehmen… HAMMER! Die Familie produziert so ca. 100.000 Flaschen im Jahr, macht daraus aber 10 Weine, 2 Dessert-Weine und 1 Grappa. Wir mussten alles probieren, haben den Grappa aber ausgelassen – es war ja schließlich 10h am Vormittag!

Angefangen haben wir natürlich mit dem einzigen Weisswein der Familie, den Fonsina, den wir bereits aus der Bo’teca di Vino gut kennen. Ein leichter frischer und eher einfacher, aber leckerer Weißwein aus Chardonnay und Sauvignon Blanc. Aufgrund der schwierigen Auswahl am Ende, ist der Fonsina nicht im Auto gelandet, obwohl er es verdient hätte. 

Dann ging es mit den Rotweinen weiter beim Bricco del Bosco Vigne Vecchie aus der Grignolino Traube, die nur in dieser Gegend im Piemont angebaut werden kann. Die Rebe ist zur Zeit nicht besonders angesehen, benötigt nur die besten Lagen (eine kleine Diva) und ist anscheinend gerade wieder im Kommen. Der Bricco del Bosco Vigne Vecchie bleibt 30 Monate im Eichenfass und dann noch 24 Monate in der Flasche. Das Ergebnis ist ein sehr voller und reifer Geschmack und trotzdem bleibt der Wein weich und leicht, einer der uns beiden schmeckt – ab ins Auto!

Ein ganz besonderer Wein, weder im Internet zu bestellen und noch auf der Accornero Webseite aufgeführt, ist der Girotondo. Ein Wein aus der Nebbiolo Rebe, der ausschließlich für die gemeinnützige Massimo Accornero Stiftung zur Unterstützung von Kindern in Schwierigkeiten, dieses Jahr werden krebskranke Kinder unterstützt. Das Etikett wird jedes Jahr von Kindern gestaltet (der Vierte von links). Ein sehr leckerer und voller Nebbiolo und für den guten Zweck, ab ins Auto!

Der Giulin ist ein 100% Barbera Wein, jung und frisch, sehr lecker. Er hätte es auch verdient, wir haben ihn nicht mit ins Auto genommen, aber eine 1.5L Flasche geschenkt bekommen. Nun gut, der Teufel… ihr wisst schon!

Der Centenario ist ein kräftiger voller Wein aus 90% Cabernet Sauvignon und 10% Barbera. Ein sehr voller und runder Wein, ganz feine Aromen und Säure, aber eher ein Männerwein. Noch eine Schippe drauf legt der Cima, einer der besten Rotweine die ich bisher gekostet habe und mit Sicherheit der beste 100% Barbera Wein den ich bisher getrunken habe. All meine Bedenken mit der Rebe sind ausgelöscht, man kann einen perfekten Wein aus Barbera machen! Hammer! Natürlich sind beide im Auto gelandet!

Eigentlich waren wir schon am Ende unserer Kräfte, aber es kamen noch 2 Dessert-Weine… und beiden waren so lecker, dass sie auch noch im Auto gelandet sind! Der Brigantino ist ein leichter und wenig süßer Dessert-Wein aus 100% Malvasia di Casorzo Rebe. Der Pico ist quasi der Likör-Bruder des Brigantino, bei dem die Trauben vorher 2 Monate trocknen und das Ergebnis noch intensiver machen. Damit waren wir voll bedient und haben erstmal ne Pause gemacht und gebraucht!

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3 Kommentare zu „Weingut Accornero“

  1. Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren, wie kommt man an den Wein der Massimo Accornero Stiftung, wenn man nicht gerade vor Ort ist?
    Mit freundlichen Grüßen

    Frank Kösser

    1. Hallo Herr Kösser, entschuldigen Sie bitte die sehr späte Antwort. Ich habe ihren Kommentar jetzt erst bemerkt. Den Wein der Stiftung gibt es leider nur vor Ort. Viele Grüße, Thomas Kasemir.

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