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Reise

5 Etappen Westweg – das Fazit

Zuerst einmal die Fakten:

  • Strecke: 116 km
  • Aufstieg: 3390 m
  • Abstieg: 2800 m
  • Tage: 5

Wenigstens bin ich mehr hoch als runter gelaufen ;).

Gepäck:

Ich bin wahrscheinlich die einzige Frau, die zu wenig Klamotten mit hatte. Weil in der Tat hätte ich im nachhinein statt der Hausschuhe lieber ein paar Birkenstock mitgenommen und noch ein bis zwei T-Shirts mehr und vielleicht noch ein Jacke neben der Regenjacke. Beim nächsten Mal dann. Dafür hätte ich meine Camera zu Hause lassen können. Es war zu aufwendig sie aus dem Rucksack zu holen, so dass ich nicht so viele Fotos mit ihr gemacht habe sondern eher mit meinem iPhone.

Bezüglich Lebensmittel habe ich das ganz gut abgeschätzt. Allerdings habe ich mich irgendwann gefragt, warum ich eigentlich alles in Tupperdosen getan habe. Das Gewicht hätte ich mir bis auf bei den Cornflakes sparen können.

Pflaster – Die tollen Blasenpflaster und hautschonenden Pflaster haben an meinen Füßen in den Wanderschuhen nicht gehalten. Da muss ich beim nächsten Mal andere mitnehmen. – Übrigens wenn ich schon bei dem Thema bin ich habe eine Blase seit dem 2. Tag, ein paar kleiner Verletzungen an meinen Zehen einen blauen Fleck an der Schulter und natürlich tun mir mein Füße und Waden noch etwas weh – der Rest ist super :).

Meine Meinung:

So und alle die mich kennen, wissen dass das jetzt noch raus muss.

Der Weg ist wirklich sehr schön. Ich mochte sowohl die sogenannten Waldautobahnen wie auch die kleineren Pfade. Es ist auch wirklich gut beschildert ich habe mich nur 2 mal verlaufen. Ich persönlich würde die längeren Etappen beim nächsten Mal etwas kürzer gestalten 20 km sind eine ganz angenehme Distanz alles da drüber zieht sich finde ich sehr. Die Landschaft war auch toll. Also ich finde den Weg wirklich empfehlenswert.

Für mich persönlich hat sich die Tour wirklich gelohnt. Ich hatte ein Abenteuer woran ich mich sicher noch lange erinnern werde. Zudem habe ich in Bezug auf einige Themen viel Zeit zum Nachdenken gehabt. Und ich freue mich riesig auf meinen Bürojob – in einem trockenen und warmen Office mit einem Stuhl ;).

Aber es hat mir auch gezeigt, dass ich eine größere Willenskraft und geistige Stärke habe, als ich mir vorstellen konnte. Ich bin immer noch über die bloßen Zahlen erstaunt.

Allerdings bin ich noch etwas hin und her gerissen, ob ich den 2. Teil des Weges noch machen möchte. Es ist schon sehr anstrengend aber die Belohnung für diese Anstrengung ist auch sehr reizvoll für mich. Mal schauen :).

Update:

Mittlerer Weile habe ich die Fotos von meiner DSLR fertig und eventuell hat es sich doch gelohnt diese mitzunehmen. Ich finde die Fotos auf jeden Fall als eine Bereicherung. Hier gibt es eine kleine Auswahl der für mich schönsten Fotos – Westweg auf karosphotokiste.de.

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Der 5. Tage – Zuflucht bis Harkhof 20 km

Meine letzte Etappe und sie war sehr schön. Es war warm und trocken, eine angenehme Distanz und moderate Anstiege. Deshalb ging es heute für mich auch erst 08:30 los.

   
   
Ein letztes Mal den Rucksack packen Füße mit Pflaster versorgen und auf geht’s. Und heute ging es wirklich gut und mit nur wenig Anstrengung. Es gab auf der Etappe einige schöne Ausblicke, aber auch viele Passagen im Wald. Das war mir bei der Sonne aber auch sehr angenehm. Und ich muss sagen es war wirklich eine sehr schöne Etappe. Vielleicht mache ich ja irgendwann dort weiter in Richtung Basel.

   
   
Mein erstes Fazit ist, dass die Tour ein kleines Abenteuer für mich war. Ich habe viel über mich selbst gelernt, über Willensstärke und was man damit erreichen kann. Aber es gab natürlich auch Momente in denen ich mich gefragt habe was ich da mache, warum ich das überhaupt mache und aufgeben wollte. Letzten Endes muss ich aber sagen, dass ich keinen Schritt bereue sondern froh bin dieses Abenteuer erlebt zu haben.

Der 4. Tag – Untersmatt bis Zuflucht 24 km

Der heutige Tag war für mich die schönste und war geprägt von tollen Ausblicken.

   
    
 Es begann direkt mit einem meiner Lieblingsorte im Schwarzwald der Hornesgrinde. Da ich wieder um 07:00 Uhr gestartet bin war ich ganz alleine dort. Es war wie immer anders – aber einfach schön.

   
   
  
Was heute ach geschehen ist – es ging viel einfacher als gestern. Irgendwie hat mir die Etappe so viel Kraft gegeben, dass die ersten 15 km ein Klacks waren. Danach war es dann aber noch einmal eine pure Frage des Willens. Und ich habe es geschafft. Ich bin sogar den Lotharpfad zusätzlich gegangen. Und zum Abschluss gibt es noch einmal ein tolles Hotel mit Frühstück und Abendbrot :).

   
    
 

Der 3. Tag – Forbach bis Untersmatt 20 km (1050 m Aufstieg)

Heute war der Tag, der mir gezeigt hat, dass man alles schaffen kann, wenn man es nur will und nicht aufgibt. Eigentlich war ich gestern nach den ersten 2-3 Stunden so weit zu sagen, ich habe genug – aber dann kam mein innerer Ehrgeiz und ich wollte auf jeden Fall die Etappe machen. Nachdem mir der Wirt dann gestern noch gesagt hat, dass heute die ersten Stunden echt schwer werden habe ich auch lange überlegt aber dann bin ich 07:00 Uhr einfach losgegangen. Und ich habe es geschafft. Leider passt die Unterkunft nicht zu meinem Erfolg – ich habe sogar mit kaltem Wasser geduscht :(.

      

 

 
Wovon der Tag heute auch geprägt war von der Erkenntnis, dass ich als Einsiedler ungeeignet wäre. Ich habe mich gefreut heute mit ein paar interessanten Personen gesprochen zu haben. Vor allem nach den ersten 400 m Aufstieg war es sehr angenehm sich mit jemanden zu unterhalten und Pause zu machen.

   

 

 

Mein persönliches Highlight auf der Etappe war der Hochkopf. Zum Einen die Aussicht beim Besteigen, aber auch die Heidelandschaft mit den Schaffen dann oben.

   

   
   

  

Der 2. Tag – Dobel bis Forbach 26 km

Ganz dem Motto der frühe Vogel fängt den Wurm ging es schon 07:30 wieder los. Und es hat sich gelohnt, auch wenn die Inhaberin der Unterkunft etwas verwirrt war, dass ich kein Frühstück haben möchte. Der Wald in den Morgenstunden ist einfach traumhaft. Das sehen auch die Tiere so. Ist schon niedlich, wenn sich ein Kanninchen die Sonne auf den Rücken scheinen lässt. 

   
   
Die Landschaft heute war sehr schön und ganz der Schwarzwald :). Zum Mittag habe ich mir heute ein Restaurant gesucht. Und hatte Glück ich habe etwas leckeres zu Essen bekommen. 

Der Nachmittag war dann geprägt von vielen tollen Ausblicken.

   
    
 

Der erste Tag – Pforzheim bis Dobel 26 km

06:30 am Bahnhof in Stuttgart. Mein Zug nach Pforzheim geht 07:07. Ich stehe am Fahrkartenautomaten und nachdem ich mich 5 min durch irgendwelche Menüs geklickt habe kommt die Meldung, dass meine Karte nicht gelesen werden kann. Auch beim 2. mal hat es nicht funktioniert. Ich habe mich schon ohne Bargeld, Unterkunft etc. die nächsten Tage gesehen. Zum Glück hatten die Fahrkartenschalter schon geöffnet. Ich weiß gar nicht, wann ich dort das letzte Mal eine Fahrkarte gekauft habe. Dort hat dann auch meine Karte funktioniert. Welch ein Glück. Dann kann das Abenteuer beginnen.

  
In Pforzheim angekommen habe ich sofort die ersten Schilder entdeckt, allerdings endeten diese sehr abrupt. Deshalb bin ich der Bundesstrasse bis zur nächsten großen Brücke gefolgt und wollte mich dort an dem Fluss weiter Richtung offiziellem Startpunkt vorarbeiten. Leider war auf der Brücke direkt eine Baustelle, so dass der Weg zum Fluss gesperrt war. Als ich nach dem besten Weg geschaut habe, kam direkt ein Bauarbeiter auf mich zu und hat mir gesagt, dass er mir den Weg auf macht. Allerdings war der Bauzauhn mit Draht geschlossen, so dass er sich dann erst von seinem Kollegen eine Zange holen musste. 🙂 Das ist mal ein toller Start. Insgesamt kann ich sagen, dass man von ziemlich vielen Personen angesprochen wird. Das wurde im letzten Drittel dann zum Glück weniger – da waren dann aber auch keine anderen Menschen mehr.

   
   
Mittagspause habe ich an Schloss Neuenbrück gemacht. Das war wirklich gemütlich. Als Selbstversorger kann man sich seinen Rastplatz ja aussuchen – und die Gesellschaft ;).

  
Nach der Mittagspause hat dann zum Einen die Besiedelung deutlich abgenommen, allerdings musste ich auch einige Höhenmeter machen. Mein persönliches Highlight der Etappe war der Grosser Volzemer Stein – kurz vor dem Ziel Dobel. Das ist auf jeden Fall eine Empfehlung von Dobel aus 3 km auf dem Westweg in Richtung Pforzheim zu laufen.

   

   
Jetzt genieße ich erst einmal mein Abendbrot. 

5 Tage Westweg – die Vorbereitung

Morgen geht es los zu meinem kleinen Abenteuer. Ich möchte die ersten fünf Etappen des Westwegs wandern.

Der Westweg ist ein Fernwanderweg von Pforzheim bis Basel. Ich starte in Pforheim und nach fünf Etappen ist man etwa auf der Höhe von Freudenstadt. Übernachten werde ich in Pensionen entlang des Weges. Allerdings werde ich trotzdem meine Verpflegung dabei haben – das Risiko ist mir zu groß, dass ich am Ende nichts finde, dass ich essen darf.

Die Vorbereitung der letzten 2 Wochen bestand zum Einen darin meine Ausrüstung zu vervollständigen aber auch mein Fitness zu verbessern. Dafür habe ich meine meisten Ziele erlaufen und zusätzlich einige ausgedehnte Spaziergänge unternommen. Hier ein paar Fotos davon.

   
   

Der Rucksack ist auch schon fast fertig gepackt. Also ich bin so weit bereit.