Das Rotwein Cuvée Battle

Mit großer Verspätung und bevor die Erinnerung ganz schwindet, möchte ich noch das Battle der deutschen Rotwein Cuvées dokumentieren. Wie gewohnt wurden die Weine blind verkostet mit fachkundiger Hilfe aus der Nachbarschaft!

  1. Platz: Sehr beeindruckend war der Wöhrwag X Cuvée mit 54% Merlot und 46% Cabernet Sauvignon, der als klarer Sieger hervorging. Nach 18 Monaten im Barrique zeigt sich dieser Cuvée einerseits sehr fruchtig mit Beeren und Kirsche, aber auch kräftig mit Holz und Pfeffer. Dazu kommt die typische Wöhrwag Stilistik… bei den Rotweinen geht’s am Wöhrwag nicht vorbei!
  2. Platz: Der Aldinger Cuvée C Reserve mit 70% Cabernet Sauvignon und 30% Cabernet Franc. Nach 20 Monaten im Barrique, davon 70% in neuen Fässern, zeigen sich vor allem Beeren und schwarzer Pfeffer mit deutlichen Tanninen. Für Karo war der Aldinger sogar noch dichter am Wöhrwag als für mich, auf jeden Fall ein toller Wein der den 2.Platz mehr als verdient hat!
  3. Platz: Der Merlot & Cabernet-Sauvignon Franz Anton vom Weingut Franz Keller hat für unsere Zungen in diesem Vergleich überraschend „nur“ auf dem dritten Platz abgeschlossen. Vom schwarzen Vulkanböden, nach 12 Monaten im Barrique (40% neue Fässer), zeigen sich Kaffee und Kirsche mit angenehmen Tanninen. Ein guter Wein, aber gegen die Aldinger und Wöhrwag konnte er sich nicht durchsetzen.
  4. Platz: Der Rux Heidenburg ist ein leckerer und leichter Cuvée der toll zum BBQ am späten Nachmittag passt. Ihn in diesem Vergleich antreten zu lassen war etwas unfair und eher zur Verwirrung der Teilnehmer gedacht!

 

5 Etappen Westweg – Teil 2 – Das Faszit

Erst einmal die Zahlen:

  • Strecke: 100 km
  • Aufstieg: 2810 m
  • Abstieg: 2960 m
  • Tage: 5

Dieses mal ging es wohl mehr bergab als bergauf. Nach den Etappen bin ich zusätzlich noch so 2-5 km ausgelaufen.

Gepäck:

Irgendwie bekomme ich das mit den Klamotten nicht hin. Ich hatte definitiv zu viele warme Sachen mit. Wenigstens habe ich einmal meinen Fließ Pulli getragen – wenn auch nur, weil es im Zimmer so kalt war. Allerdings die warme Hose und x Lagen zum drunter ziehen waren definitiv überflüssig. Vielleicht beim nächsten mal. Ich schätze, dass ich zwischen 12-14 kg Gepäck gestartet bin.

Bei den Lebensmitteln hat es wieder ganz gut gepasst. Und ich habe etwas bei den Mahlzeiten variiert. Und ich hatte dieses mal keine großen Umverpackung mit. Das war super. :).

Was ich aber für das nächste mal gelernt habe Tape muss mit. Man weiß nie wofür. Ich habe damit auch schon mal ein kleines Loch in meiner Regenhose geflickt.

Ansonsten geht es mir super. Keine Schmerzen etc. Ein paar kleine blaue Flecken aber hauptsächlich weil ich in meinen Unterkünften irgendwo davor gelaufen bin.

Grundsätzlich kann ich sagen, dass es wieder sehr schön war. Ich habe die meiste Zeit sehr genießen können – viel mehr als letztes mal. Es war insgesamt nicht so ein Akt des Willens, sondern eher des Genießens. Deshalb freue ich mich schon auf die letzten Etappen beim nächsten mal.

Tag 5 – Kalte Herberge – Titisee

Entfernung: 21 km

Aufstieg: 370 m

Abstieg: 530 m

Heute ging es wieder früh los, so dass es am Anfang nicht ganz so auffällig war, dass der Weg parallel zur B 500 verläuft. Allerdings änderte sich das über die Zeit, so dass ich dann doch sehr froh war, als sich der Weg von der Straße entfernte. Der 2. Teil der Strecke war dann deutlich ruhiger. Zudem war auffällig, dass die Weg-Markierungen nicht ganz so häufig waren und so musste ich zum ersten Mal in meinem Buch nachschauen, wie der Verlauf des Weges ist. Ein positives Erlebnis – ich habe eine Bank im Schatten mit einem traumhaften Blick für die Mittagspause gefunden. Insgesamt war es eine sehr schöne Strecke zum Abschluss meiner Tour.

Tag 4 – Wilhelmshöhe – Kalte Herberge

Entfernung: 22 km

Aufstieg: 490 m

Abstieg: 440 m

Meine Tour nähert sich dem Ende, was meine Füße und Beine so langsam auch freut. Wobei das kalte Abduschen der Beine und ein langsames Auslaufen am Abend die Muskulatur deutlich entspannt haben. Ist aber vielleicht auch einfach nur Einbildung. Die Etappe war vom Profil recht entspannt und die Strecke gut machbar. Am Anfang verlief die Strecke durch viele Waldstücke, die angenehm kühl waren und wo zum Teil sogar noch vereinzelt Schnee lag. Leider führt dieser Teil des Westwegs durch eher von Gehöften besiedeltes Gebiet, so dass ich auch längere Stücke über Straßen gehen musste. Zudem ist es dadurch auch nicht so ruhig. Und ich hatte Glück, dass die B 500 gesperrt ist, weil der Weg hier parallel zu der Straße läuft. Was sehr angenehm war, da die Strecke recht hoch ist, war die Temperatur viel angenehmer als gestern. Morgen kommt dann schon meine letzte Etappe für dieses mal.

Tag 3 – Hausach – Wilhelmshöhe

Entfernung: 21 km

Aufstieg: 1220 m

Abstieg: 490 m

Besondere Erlebnisse: 1

Dieses war die vom Profil her schwierigste Etappe – mit einem Happy End. Ich bin wie immer früh gestartet. Schuhe an, Rucksack auf und dann geht es los. Nach den ersten harten Anstiegen möchte ich ein Steinchen aus meinem Schuh schütteln und da sehe ich es. Meine Sohle hat sich quasi komplett abgelöst.

Was nun. Ich dachte mir, dass ich das Problem mit etwas Pflaster schon beheben kann.

Nach etwa 500 m treffe ich einen Mann, der dort ohne Gepäck unterwegs war. Ich habe ihn angesprochen und gefragt ob er Panzertape dabei hat. Wir haben dann noch 3-4 Sätze gesprochen und jeder ging seines Weges. Nach weiteren 5-10 Minuten ist mir dann klar geworden, dass das Pflaster nicht sehr lange halten wird. Mein Plan war es mich irgendwie zu dem nächsten Gasthof durchzuschlagen und dort zu fragen. Als dann weiter 10 min später der Mann angerannt kam. Er meinte, dass ich so ja nicht sehr weit kommen würde, womit er meine Erkenntnis bestätigt hat. Sein Vorschlag war, dass ich Schuhe von ihm bekommen könnte. Leider waren diese 2 Nummern zu groß. Was wir dann aber vereinbart haben, wir treffen uns in 3-4 km an der Bundesstraße in 1,5 h und er bringt Panzertape mit. Als wir uns dann dort getroffen haben, hat er mir erzählt, dass er sogar noch versucht hat ein paar Schuhe in meiner Größe aufzutreiben. Quasi mein Retter in der Not. Und so konnte ich dann weiterlaufen mit ein paar mal nachkleben.

Jetzt zu der Etappe. Ich habe die zunehmende Ruhe und das lauter werdende Vogelgezwitscher sehr genossen. Bis ich irgendwann in der vollkommenen Einsamkeit war. Hier war es sogar teilweise schwierig überhaupt zu erkennen wo der Weg verläuft. Aber dank der vielen Schilder habe ich gut ans Ziel gefunden. Zudem lagen einige Bäume mit interessanten Durchgängen auf dem Weg. Da war ich das ein oder ander mal ganz froh etwas kleiner zu sein. Das Ende ist jetzt leider an einer Bundesstraße, aber ist ja nur für diese Nacht.